Vorbild Deutsche Sparkasse: Zentralasiatische Delegation zu Gast bei erster internationaler Regionalkonferenz zum Thema „Duale Berufsausbildung zum Bankspezialisten“

Hochrangige Vertreter des kirgisischen, tadschikischen und turkmenischen Bankensektors folgten Ende August der Einladung der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation und der Sparkassenakademie Hessen-Thüringen ins hessische Eppstein, um sich über die Bedeutung, Möglichkeiten und Inhalte der dualen Berufsausbildung zum Bankspezialisten zu informieren

Wie sieht professionelles Kundenbeziehungsmanagement aus? Welche Maßnahmen eignen sich zur Schulung von qualifiziertem Personal? Wie kann das Finanzdienstleistungsangebot eines Instituts optimiert und an breite Bevölkerungsteile vermittelt werden? Diese und weitere Fragen rund um das Thema „Stärkung des Bankenwesens“ standen auf der internationalen Regionalkonferenz vom 22. bis zum 29. August 2015 in Eppstein zur Diskussion.

Diesen Anlass nutzten auch stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Nationalbanken und weitere hochkarätige Vertreter des Bankensektors aus Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan: Für eine Woche waren sie nach Deutschland gekommen, um sich mit Vertretern der Sparkassen-Finanzgruppe auszutauschen und das deutsche Sparkassen-Modell in der Praxis kennen zu lernen.

Vom deutschen Sparkassenmodell lernen: Zentralasiatische Bankenvertreter im engen Austausch mit Finanzexperten

Nach einer Einführung in die Geschichte der dualen Berufsausbildung in Deutschland eröffnete Matthias Fohs, Referatsleiter für Zentralasien bei der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation, am 24. August die offizielle Konferenz. Es folgten zahlreiche Vorträge, unter anderem zur Bedeutung der dualen Berufsausbildung in Deutschland und im internationalen Kontext, zum Beruf des Bankkaufmanns sowie zur Struktur der Ausbildung und deren Einbindung in die praktische Arbeit einer Bank. Eine Diskussionsrunde zu den ersten Erfahrungen aus den Ländern der Teilnehmer schloss den ereignisreichen ersten Konferenztag ab.

Der folgende Tag stand ganz im Zeichen der Kundenpflege von Banken: Hier lernten die Gäste aus Zentralasien Wissenswertes über das Customer Relationship Management (CRM), dessen Vorteilen für Banken, Kunden und für die Volkswirtschaft eines Landes sowie Schritte zur praktischen Umsetzung.

Am Mittwoch, den 26. August ging es für die Delegationsgäste nach Frankfurt am Main. Nach einem Fachvortrag von Jörn Flegler, Bundesbankdirektor für technische Zentralbankenzusammenarbeit, zum Thema „Die Deutsche Bundesbank, neue Aufgaben und Funktionen im Kontext des EU-Raumes“ besichtigten die Teilnehmer die Hessische Landesbank (HELABA) und den MAIN TOWER, bevor es am Abend zurück nach Eppstein ging.

Am nächsten Tag waren die Gäste aus Zentralasien dann selbst gefordert: In Rollenspielen begaben sie sich auf eine virtuelle Reise zum Kunden und lernten so aktiv das Sparkassenfinanzkonzept und dessen Umsetzung kennen. Sabine Gabriel, Dozentin der Sparkassenakademie Hessen-Thüringen, und Christoph Müller, Vertriebsmanager der Akademie, führten die Teilnehmer durch den Tag und standen mit Rat und Tat für Fragen bereit. Niclaus Bergmann, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation, traf am Abend auf die Gäste und tauschte sich mit ihnen über die Erlebnisse und Erfahrungen der vergangenen Tage aus.

Am letzten Tag der Konferenz stand ein Filialbesuch der Kreissparkasse Groß-Gerau auf dem Plan. Vorstandsvorsitzender Norbert Kleinle begrüßte seine Gäste und stellte seine Mitarbeiter vor. Thomas Münstermann, Leiter der Abteilung Personalentwicklung, Philip Marx, Direktor des Privatkundengeschäfts und Hans Wieschollek, Direktor der Öffentlichkeitsarbeit, führten die Delegationsteilnehmer durch das Institut und informierten über Infrastruktur und Arbeitsabläufe. Sehr interessiert zeigten sich die Gäste am Vortrag von Andreas Fabrizius, Projektreferent für Südostasien bei der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation, über die Planspiele der Sparkassenstiftung.

Von besonderem Interesse: Die Einführung des Weltspartags in Zentralasien

Die Sparkassenstiftung hat seit ihrer Gründung im Jahre 1992 in zahlreichen Projektländern<link http: www.sparkassenstiftung.de weltspartag.html _blank> Weltspartage eingeführt. Dies erweist sich nach wie vor als erfolgreiche Maßnahme, um den Menschen finanzielle Bildung näher zu bringen. Von den Aktionen und Veranstaltungen eines Weltspartages profitieren Bankenmitarbeiter genauso wie deren Kunden – Finanzdienstleistungen werden erklärt, Sparmöglichkeiten aufgezeigt und grundlegende Zusammenhänge des Finanzsektors erörtert.

Den Wert von Weltspartagen und die Vorteile von dessen Einführung erkannten auch die Delegationsteilnehmer und baten die Sparkassenstiftung um tatkräftige Unterstützung. Die Sparkassenstiftung erklärte sich bereit, diesem Wunsch Folge zu leisten: Noch in 2015 wird der Weltspartag in Kirgisistan eingeführt. Matthias Wangler, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hasslach-Zell i.R., wird in Kürze zur Vorbereitung und Planung der Implementierung nach Kirgisistan reisen.

Resümee des einwöchigen Austauschs: Zentralasiatische Banken wollen Anschluss an internationale Standards zur Professionalisierung des lokalen Bankensektors

Ihre Heimreise traten die meisten Konferenzteilnehmer am Samstag, den 29. August um viele Erfahrungen, Ideen und Erkenntnisse reicher an. Ein Großteil der kirgisischen, tadschikischen, turkmenischen und usbekischen Banken wird den grundlegenden Erfordernissen einer idealen Kundenberatung derzeit noch nicht gerecht. Zur systematischen Verbesserung der Situation sind die jeweiligen Zentralbanken als Dienstleister und Einflussnehmer auf den Bankensektor gefordert. Umso erfreulicher war der Eindruck der Gastgeber nach den gemeinsamen Tagen: Die Zentralbankenvertreter hatten sich nicht nur überaus interessiert an den Inhalten der Konferenz gezeigt, sondern streben mit Nachdruck einen Anschluss an internationale Standards im Bankensektor an – dies gilt insbesondere für den Bereich der beruflichen Ausbildung. Sie erklärten sich einmütig bereit, die regionale Zusammenarbeit zu verstärken. Darüber hinaus vereinbarten sie ein gemeinsames Ausbildungsseminar für lokale Dozenten in Turkmenistan.

Dieses soll im Frühjahr 2016 durchgeführt und in der Folge auch in den anderen Ländern Zentralasiens eingeführt werden. Alle Teilnehmer der Konferenz baten um die Fortsetzung des überregionalen Austauschs in den kommenden Jahren.

Neues Regionalprojekt der Sparkassenstiftung vertieft langjährige Aktivitäten zur Einführung der dualen Berufsausbildung zum Bankspezialisten in Zentralasien

Die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation hat die duale Berufsausbildung zum Bankassistenten bereits im Jahr 2013 in Turkmenistan und Usbekistan eingeführt. Das seit Oktober 2014 bestehende Regionalprojekt zur <link http: www.sparkassenstiftung.de projekte projekte-listedetails projekt regionalprojekt-einfuehrung-der-dualen-berufsausbildung-zum-bankspezialisten.html _blank>„Einführung der dualen Berufsausbildung zum Bankspezialisten“ baut auf die erfolgreich verlaufenen Vorgängerprojekte aus diesen beiden Ländern auf und schließt Kirgisistan und Tadschikistan mit ein. Ziel des Projekts ist die Stärkung der Bankensektoren in den beteiligten Ländern durch Professionalisierung und Heranführung an internationale Standards. Dadurch soll die Bevölkerung der jeweiligen Länder, insbesondere Bezieher geringer und mittlerer Einkommen sowie Kleinst- und Kleinunternehmer, Beratung über und Zugang zu bedarfsgerechten Finanzdienstleistungen erhalten.

 

 

Ansprechpartner

Matthias Fohs / Carina Lau
Sparkassenstiftung für internationale Kooperation
Simrockstraße 4
53113 Bonn

Tel.: +49 228 9703-6617 /-6608
Fax: +49 228 9703-6613

Deutsche Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V.
Simrockstraße 4, 53113 Bonn

Telefon: 0228 9703-0
Fax: 0228 9703-6613 oder -6630

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