Sparkassenstiftung und Weltspartag: Ein Erfolgsmodell geht um die Welt

Die Deutschen gelten als wahre Sparfüchse. Selbstverständlich, dass der Weltspartag am 30. Oktober auch in diesem Jahr hierzulande wieder groß gefeiert wird. Der Gedanke dieses besonderen Tages geht jedoch weit über die regionalen Grenzen hinaus.

Sein Name ist Programm: Der Weltspartag wurde eingeführt, um den Gedanken des Sparens weltweit zu erhalten, weiterzugeben und Menschen aller Nationalitäten die Bedeutung finanzieller Rücklagen für ihre Zukunft bewusst zu machen. Denn Sparen ist ein verlässlicher Weg, um die eigene Zukunft zu sichern und für Ernstfälle vorzusorgen.

Ein guter Grund für die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation, Weltspartage auf ihrer Mission für finanzielle Inklusion in ihren Projektländern rund um den Globus einzuführen. Hierbei gilt: Andere Länder, andere Sitten – und eben auch andere Sparkulturen: Was den Deutschen ihr Sparschwein, ist beispielsweise den Armeniern ihr Marienkäfer, den Vietnamesen ihr Büffel oder den Ruandern ihre Holztruhe. Diese und weitere „Gefährten des deutschen Sparschweins“ stellen wir anlässlich des Weltspartags in unserer Online-Aktion vor.

Spargefäße dieses Jahr auch live und in Farbe erleben!

Pünktlich zum Weltspartag 2018 präsentiert die Sparkasse Südholstein die gesammelten Exponate der Sparkassenstiftung in der Hauptgeschäftsstelle Neumünster (30. Oktober bis 09. November) sowie anschließend in den Hauptfilialen Pinneberg (13. bis 20.November) und Bad Segeberg (22. bis 30.November). Neben den Spardosen aus aller Welt gibt es auch einige fotografische Impressionen aus der Projektarbeit der Stiftung zu sehen – die Bilder der Serie „Entwicklungsgeld“ finden Sie auch hier.

Andreas Fohrmann, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Südholstein mit Exponaten der Ausstellung

Aserbaidschan – Sparbuch
Das aserbaidschanische „Sparbuch“ wurde von einem Hersteller von Haushaltswaren und Keramikgegenständen produziert. Mit mehreren Krediten aus dem Deutsch-Aserbaidschanischen Fonds konnte er sein kleines Unternehmen aufbauen und langsam vergrößern. Diese Spardose ist somit auch ein positives Ergebnis der Projektarbeit der Sparkassenstiftung.
Aserbaidschan – Marienkäfer
In Sowjetzeiten fertigte man mit wenigen Handgriffen aus Weißblechdosen eine Spardose. Heute sind sie als Geschenk für Kinder sehr beliebt. So wie dieser Marienkäfer, der mit viel Charme und zwei Worten um Geld bittet: „Gib Geld!“
Bhutan – Bambusrohr
Bambusrohr findet sich in Bhutan vor allem im Tiefland an der Grenze zu Indien, da weite Teile des Landes zu hoch für Bambus liegen. Um an die Ersparnisse zu gelangen, muss das Bambusrohr zerstört werden. Es wird vor allem von Kindern genutzt.
China – Goldschwein
Ähnlich wie in Deutschland war das Schwein auch in China lange Zeit der Inbegriff für Reichtum und Glück. Heute steht dafür die Farbe Gold. Ein goldenes Sparschwein bringt also doppelten Reichtum – und vielleicht auch Glück.
China – Puman aus Ton
In China wird schon seit tausenden Jahren gespart. Bereits vor hunderten von Jahren wurden Sparbehälter aus Ton hergestellt. Um an das Geld zu gelangen, muss der Puman zerstört werden. Die Behälter werden noch immer in der traditionellen Form verwendet – neben Schweinen, Katzen, Drachen und anderen Formen.
Demokratische Republik Kongo – Korb
Viele Menschen in der Demokratischen Republik Kongo bewahren ihr Erspartes dauerhaft zu Hause auf. Der abgebildete Sparkorb zeigt die Gefahr auf: Ein Brand, ein Einbruch oder die Versuchung, das gesparte Geld sofort auszugeben – und alles ist weg!
Deutschland – Sparschwein
In Deutschland gilt das Schwein als Symbol für Glück und Wohlstand. In früheren Zeiten wurde ein Schwein gefüttert, um später die Familie mit Nahrung versorgen zu können. Wer also viel Schwein hatte, dem ging es gut. Damit ist es ein perfektes Symbol für das Sparen zur Sicherung der Zukunft. Alle Menschen, auch die Kinder, kennen dieses Sparsymbol und es wird intensiv benutzt.
Frankreich – Eichhorn
Die Sparkassen in Frankreich verwenden als Symbol das Eichhorn. Es sammelt beständig und fleißig Vorräte an, um zu jeder Zeit mit Nahrung versorgt zu sein. Im Lauf der Zeit wurde aus dem Spareichhorn eine eher abstrakte Form. Sie steht aber weiterhin für den Geist des Sammelns und der Vorsorge für die Zukunft.
Indonesien – Schlachthuhn aus Papier
In Indonesien gibt es keine ausgeprägte Sparkultur. Was man hat, konsumiert man sogleich – 70 Prozent des indonesischen BIP beruhen auf privatem Konsum. Wer für die Zukunft vorsorgen möchte, kauft sich ein Huhn, das in schlechten Zeiten verkauft oder geschlachtet werden kann. Das funktioniert mit dem hier ausgestellten Sparhuhn auch ganz gut.
Indonesien – Wappenvogel Garuda
Ein Garuda ist ein mystischer Vogel, der in verschiedenen Kulturen unterschiedliche Formen annimmt. Der Garuda-Adler im Wappen Indonesiens hat 17 Flug- und acht Schwanzfedern, die den 17. August 1945 symbolisieren, den Tag der Unabhängigkeitserklärung des Landes.
Kambodscha – Konchrukr
Traditionell sparen Kambodschaner auf dem Land unter dem Kopfkissen, in einem Reissack oder irgendwo anders in ihrem Haus. Kinder werden heute ermutigt, in einem „Konchrukr“ zu sparen, ein tönernes Gefäß, das es in vielen Formen gibt, wie zum Beispiel diesen Elefanten. Asiatische Elefanten sind gut zähmbar und werden deshalb in Kambodscha als Nutztier verwendet.
Kirgisistan – Jurte
Als 2015 der Weltspartag in Kirgisistan eingeführt wurde, hielt auch das nationale Sparsymbol Einzug ins Land: Die Jurte ist typisch für die Kultur und Lebensweise der Menschen des Landes. Sie symbolisiert Schutz, Sicherheit und Geborgenheit.
Kolumbien – Sparschwein
Eine Sparkultur gibt es in Kolumbien nicht. Daher gaukelt dieses Sparschwein falsche Tatsachen vor: Es dient der vorübergehenden Erleichterung der Brieftasche und nicht dem wirklichen Sparen. Münzen werden nur gesammelt, um bei der nächsten Gelegenheit wieder ausgegeben zu werden.
Madagaskar – Rassel
In Madagaskar wird gespartes Geld oft eingegraben. Der hier gezeigte Sparbehälter oder „Tirili“, wie dieser in Madagaskar bezeichnet wird, ist eigentlich eine umfunktionierte Rassel. Es ist üblich, Geld auf diese Weise vor allem in Bambusrohren aufzuheben, zu verschenken oder zu verstecken.
Mongolei – Kamel
Das Kamel steht für große Sparsamkeit und Einteilung beim Verbrauch von Wasser. Damit symbolisiert es ganz typische Eigenschaften des Sparprozesses und der Vorratshaltung. Es wurde im Jahr 2017 mit Einführung des Weltspartags in der Mongolei als nationales Sparsymbol ausgewählt.
Peru – Tanzgruppe aus Ton
Dieser tönerne Sparbehälter zeigt ein traditionelles Fest in Quinua. Eine Gruppe Musiker spielt auf ihren Instrumenten und indigene Frauen singen und tanzen zu Ehren der Pachamama, der göttlichen Mutter Erde
Philippinen – Kartonhaus
Das Haus steht symbolisch für die gesamte Familie, die an den Sparanstrengungen teilnehmen sollte. Die Spardose muss einmal erworben werden – anschließend tauscht die Bank volle Sparhäuser gegen leere ein. Die gesparten Münzen sollen nicht zu lange nutzlos zu Hause liegen, sondern dem Wirtschaftskreislauf zur Verfügung stehen. Deshalb ist das Haus bewusst klein gehalten.
Ruanda – Holztruhe
In Kooperation mit dem ruandischen Mikrofinanzverband AMIR hat die Sparkassenstiftung 300 Lehrer mit Sparkästen versorgt. In dem Kasten werden die Beträge gesammelt, die von den Schülern angespart werden. Ein Schüler und der Lehrer verfügen über je einen Schlüssel. Die angesammelten Beträge werden auf Sparkonten eingezahlt.
Tadschikistan – Marco Polo Schaf
In Tadschikistan wurde das Schaf als landestypisches Symbol des Sparens eingeführt. Es dient ebenfalls der Versorgung der Menschen für die Gegenwart und die Zukunft.
Tansania – Auto aus Dosenblech
Die Autospardose stellt eine beliebte Art dar, Kindern Geld zu schenken und sie zum Sparen anzuhalten. Die Autos werden aus alten Bier- oder Limonadendosen gefertigt: Sie sind beliebte Spielzeuge, Sammelobjekte und – wie in diesem Fall – Aufbewahrungsbehälter für kleinere Geldmengen.
Usbekistan – Aksakal aus Ton
Spardosen sind in Usbekistan relativ unbekannt. Gemeinsam mit usbekischen Partnern hat die Sparkassenstiftung diese Spardose entwickelt. Die Wassermelone – Zeichen für Reichtum und Wohlergehen – wird gekrönt durch die Darstellung eines „Aksakal“. Dieser weise alte Mann erfährt in Usbekistan eine hohe Wertschätzung.
Vietnam – Wasserbüffel, Kunststoff
Der Wasserbüffel dient auf dem Land als Traktorersatz. Für die arme Bevölkerung ist er sehr wertvoll und eine gute Geldanlage. Menschen, die im Jahr des Büffels geboren sind, gelten als fleißig und sehr geduldig. Der Büffel ist ein starkes Tier: Er eignet sich symbolisch gut, um dort sein Geld aufzubewahren.

Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V.
Simrockstraße 4, 53113 Bonn

Telefon: 0228 9703-0
Fax: 0228 9703-6613 oder -6630

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