28.08.2018

Führungskräfte von morgen: Kommt doch mal raus aus eurem Schneckenhaus!

Asien, Kaukasus, Lateinamerika und Co.: Zum fünften Mal vergeben die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation und die Eberle-Butschkau-Stiftung derzeit wieder bis zu zehn Stipendien für Einsätze in Entwicklungs- und Schwellenländern rund um den Globus. „Raus aus der Komfortzone“ – das gemeinsame Nachwuchsförderprogramm für die Führungskräfte von morgen hat Vorteile für alle Beteiligten – welche das sind? Wir stellen vor


Teil des Teams werden und als Junior-Experte für die Sparkassenstiftung die Kollegen in den Auslandsbüros rund um den Globus unterstützen - diese Chance bietet das Nachwuchsförderprogramm "Raus aus der Komfortzone"

Warum in die Ferne schweifen? Ganz einfach: Praxisbezogene Auslandseinsätze sind attraktive Perspektiven für qualifizierte Mitarbeiter, denn sie erweitern den Horizont und das persönliche Potenzial. Das haben die Sparkassenstiftung und die Eberle-Butschkau-Stiftung längst erkannt: Seit 2014 bieten sie klugen Köpfen aus der Sparkassen-Finanzgruppe die Chance, sich als Botschafter der deutschen Sparkassen in weltweiten Projekten der Sparkassenstiftung zu engagieren. Seitdem haben rund 40 Nachwuchsführungskräfte haben diese Chance ergriffen.

Niclaus Bergmann, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung, über das Erfolgsprogramm:
„Unsere Stipendiengewinner erwartet bei ihren Einsätzen nicht nur Spaß, sondern echte Arbeit. Sie werden in unseren Projekten nicht die Funktion von Praktikanten übernehmen, sondern als Junior-Experten ihr Wissen weitergeben: Ihr Wort wird vor Ort Gewicht haben. Sie werden „Botschafter“ der deutschen Sparkassen sein und haben dabei die Möglichkeit, auch Ihre eigene Arbeit zu Hause aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und an einigen Stellen zu hinterfragen.“

„Diese Kooperation ist ein echter Glücksfall“ meint auch Bärbel Kaatz, Kollegleiterin bei der Eberle-Butschkau Stiftung. „Sie gibt den Stipendiaten der Eberle-Butschkau Stiftung die einmalige Gelegenheit, berufliche Erfahrungen im Ausland zu sammeln – ein Wunsch, der bei rund 20 Prozent der Stipendiaten besteht.“

Realitätscheck: Wie sieht es vor Ort aus?

Die Langzeitexperten in den Auslandsbüros der Sparkassenstiftung sind ebenfalls überzeugt vom Einsatz der Stipendiaten. Hier erklären einige von Ihnen, wie die „Junior-Experten“ die Projektarbeit vor Ort bereichern und warum sich das Investment in junge Nachwuchstalente lohnt:

Anja Deinzer, Regional Coordinator für die Sparkassenstiftung im Kaukasus und der Ukraine:
„Im Regionalprojekt Kaukasus dürfen wir regelmäßig Stipendiaten begrüßen, die gemeinsam mit den Kollegen vor Ort anspruchsvolle Themen bearbeiten und uns fachlich sehr weiterhelfen. Über die wertvolle Arbeitskraft der Junior-Experten hinaus, sehen wir in dem gemeinsamen Nachwuchsförderprogramm mit der Eberle-Butschkau-Stiftung ein einmaliges Instrument zur Personalentwicklung und -bindung. Sparkassen stehen im Wettbewerb um die kostbarste Ressource: Gute Mitarbeiter. Ehemalige Auszubildende und Mitarbeiter, die sich für ein Studium entscheiden, geraten schnell in externe Netzwerke, über die sie von anderen Unternehmen abgeworben werden und damit für die Gruppe verloren sind. Es gilt also, besondere Anreize zu schaffen, um die angehenden Akademiker in der Sparkassenfamilie zu halten. Der Einsatz für die Sparkassenstiftung kann so ein Ansatz sein, schließlich sind Auslandsaufenthalte unter Studierenden sehr gefragt. Verknüpft man das mit anspruchsvollen Aufgaben vor Ort, ist das eine unschlagbare Kombination. Die Stipendiaten entwickeln sich im Einsatzland fachlich und persönlich weiter. Vor allem aber lernen sie auch, wie leistungsfähig und fortschrittlich die Sparkassen-Finanzgruppe tatsächlich ist. So ist es für die Jungakademiker nach dem Studium leichter, sie als modernen, zukunftsfesten Arbeitgeber zu erkennen, zu dem man gern zurückkehrt.

Thomas Konitzer, Country Representative für die Sparkassenstiftung in Ruanda:
„Hier in Ostafrika schätzen wir die Mitarbeit der Stipendiaten sehr. In Burundi, Ruanda und Tansania waren inzwischen bereits sechs Kollegiaten der Eberle-Butschkau-Stiftung im Einsatz und haben einen Beitrag zur Entwicklung des ostafrikanischen Mikrofinanzsektors geleistet. Mit der einmaligen Kombination aus umfangreicher Praxiserfahrung aus den Sparkassen und analytischen Fähigkeiten aus ihrem Studium bereichern die Kollegiaten jedes unserer Projekte. Die Schwerpunkte ihrer vielfältigen Aufgaben liegen vor allem bei der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie bei der strategischen Beratung und Professionalisierung der Mikrofinanzsektoren in Burundi, Ruanda und Tansania und unserer Partnerorganisationen. Die Arbeit erfordert Kreativität, konzeptionelle und analytische Fähigkeiten sowie einschlägige Erfahrungen im Bankensektor – gute Gründe für den Einsatz der Allrounder aus der Sparkassenfamilie und der Eberle-Butschkau-Stiftung.“

Dinara Abakirova, Country Representative für die Sparkassenstiftung in Kirgisistan:
"In Kirgisistan haben uns inzwischen vier Ebusti-Stipendiaten bei der Projektarbeit unterstützt. Natürlich waren alle Stipendiengewinner verschieden, stammten aus unterschiedlichen Sparkassen und dort aus immer anderen Fachbereichen – einige Eigenschaften haben wir jedoch bei allen „unseren Stipendiaten“ beobachten können: Offenheit, Toleranz, Freundlichkeit und Flexibilität – alles unabdingbar für eine reibungslose Zusammenarbeit mit dem Projektteam und mit den Partnerorganisationen vor Ort. Wir haben großen Respekt vor der Anpassungsfähigkeit unserer Stipendiaten, denn sie bringen ihr Fachwissen in einem für sie fremden kulturellen Kontext unter nicht immer einfachen Arbeitsbedingungen ein. Eine wichtige Zielgruppe hier in Kirgisistan sind Kinder und Jugendliche – gerade diese können die Stipendiaten als Vertreter der jungen und erfolgreichen Generation der Sparkassen überzeugen. Die Junior-Experten bereichern unsere Arbeit ungemein und wir sind froh, dass sie ihren Einsatz umgekehrt ebenfalls als gewinnbringend sehen. Die Arbeit in der neuen Umgebung wurde von ihnen allen als herausfordernd und motivierend gesehen."

Dr. Manuela von Göler, Country Representative für die Sparkassenstiftung in Ghana:
"In ihrer „Heimatsparkasse“ war unsere letzte Stipendiatin Ausbildungsleiterin. Mit ihrem Know-how hat sie uns in Ghana bei der Entwicklung eines neuen dualen Ansatzes in der Management-Weiterbildung für den Mikrofinanzsektor unterstützt. Sie entwickelte eigenständig die auf den Praxisteil der Weiterbildung abzielenden Arbeitsbücher und führte einen Workshop mit internationaler Beteiligung zur Weiterentwicklung von Akademien in Ghana und The Gambia durch. Unsere Stipendiatin hat sich durch den Einsatz nach eigenen Angaben persönlich stark weiterentwickelt und fasste im Nachgang zusammen: Meine täglichen Aufgaben bearbeite ich in Deutschland sicher und routiniert. In Ghana konnte ich das erste Mal seit langer Zeit wieder nachvollziehen, wie sich unsere Auszubildenden und Praktikanten in den ersten Wochen fühlen müssen. Ich habe gelernt, Menschen und Lebensweisen offen und unvoreingenommen zu begegnen. In Ghana läuft nicht alles nach Plan – daher habe ich gelernt, mich schnell, lösungsorientiert und flexibel auf Situationen einzustellen und mich von meiner deutschen, strukturierten und manchmal „eingefahrenen“ Arbeitsweise zu lösen. Ich hoffe, dass ich diese Erkenntnisse auch mit zurück in meine Sparkasse nehmen kann. Ich möchte die Leichtigkeit und Lebensfreude beibehalten, die ich in Ghana kennengelernt habe.“

Ulrich Kienitz, Regional Coordinator für Zentralasien bei der Sparkassenstiftung:
„In Zentralasien haben wir bisher mit drei Stipendiaten gearbeitet. Sie alle waren während ihrer jeweils vier- bis sechswöchigen Einsätze so engagiert, dass wir sie nicht nur umgehend in die Projektarbeit, sondern auch sofort mit eigenen Beiträgen in Seminare einbinden konnten. Das Stipendienprogramm bringt Perspektivenwechsel für beide Seiten: Jugendlicher, teils unbeschwerter Elan trifft auf eingefahrene, teils von jahrelanger Erfahrung getragene Arbeitsweisen. Die Diskussionen mit den Stipendiaten brachten manches Mal neue Betrachtungsansätze mit sich. Ich persönlich ließ mich vom aktuellen Fachwissen der Stipendiaten und ihrer Motivation inspirieren – nicht selten ergaben sich für mich aus diesem Austausch auch Ideen und interessante neue Nuancen für die Projektarbeit.“

Manuel Alfonso Ulrich, Country Representative für die Sparkassenstiftung in Peru:
„Über das Stipendienprogramm kann die Sparkassenstiftung vergleichsweise einfach auf Expertenwissen aus der Sparkassen-Finanzgruppe zurückgreifen und für ihre Projektarbeit nutzen. Oft übernehmen die Stipendiaten sogar eine gewisse Coaching-Funktion für uns vor Ort: Wer wie wir schon lange im Ausland arbeitet erlebt auch die Entwicklungen der Sparkassen-Finanzgruppe nur aus der Distanz – unsere Junior-Experten fungieren hierbei sozusagen als „Vermittler zwischen den Welten“. Die Stipendiaten übernehmen nicht die Funktion von Praktikanten, sondern geben als vollwertige Junior-Experten ihr Wissen weiter. Durch die Übernahme konkreter Projekte beziehungsweise wichtiger Teilbereiche von diesen, entlasten sie die Projektbüros, sodass wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können.“

Rolf Grempel, Country Representative für die Sparkassenstiftung in El Salvador und Honduras:
„In dem Einsatz von Stipendiaten sehen auch wir einen klaren Mehrwert für unsere Projektarbeit. Im vergangenen Jahr hat unsere Stipendiatin Freya Ahrens aus der Kreissparkasse Verden wichtige vorbereitende und unterstützende Arbeit vor Ort geleistet. Zu ihren Aufgaben gehörten Übersetzungsarbeiten ebenso wie die Analyse von Finanzprodukten und -dienstleistungen oder Berichts- und Materialerstellung. Außerdem packte sie auch komplexe zusätzliche Projektthemen intensiv an, die wir in der festen Besetzung nur schwer oder gar nicht hätten bearbeiten können. Einige dieser „Zusatz-Themen“ gehören mittlerweile zu den festgeschriebenen Indikatoren unserer Projektziele. "

Bernd Baehr, Country Representative für die Sparkassenstiftung in Bhutan:
„Shakib Ahmed aus der Sparkasse Birkenfeld hat unser Projekt zum Aufbau einer Mikrofinanzinstitution in Bhutan als Junior-Experte unterstützt und konnte seine Kompetenz als Projektmanager voll unter Beweis stellen. Gemeinsam mit den bhutanischen Kollegen hat er beispielsweise ein Reporting an die Zentralbank entwickelt, war aktiv an der Vorbereitung und Durchführung von Entrepreneurshipdays beteiligt und hat Ideen für den Einsatz von Tablet-PCs im Field entwickelt – ein halbes Jahr später konnte die neue Technik erfolgreich eingeführt werden. Besonders hilfreich war die exzellente Vorbereitung und Durchführung eines Assessment-Centers, in dem wir die künftige Direktorin der MFI auswählen konnten. Der frische Input „von außen“ und neue, kreative Ideen, die im Austausch vor Ort entstanden, haben dem Projekt wertvolle Anstöße gegeben."

 

Nähere Informationen über die Eberle-Butschkau-Stiftung gibt es hier

Die Bewerbungsfrist für das Nachwuchsförderprogramm "Raus aus der Komfortzone" 2018/2019 endet am 28. September 2018. Weitere Informationen dazu in unserem Flyer

 

 

Ansprechpartner:

Matthias Fohs / Carina Bauer
Sparkassenstiftung für internationale Kooperation
Simrockstraße 4
53113 Bonn

Tel.: +49 228 9703-6617 / -6608


Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V.
Simrockstraße 4, 53113 Bonn

Telefon: 0228 9703-0
Fax: 0228 9703-6613 oder -6630

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