19.09.2016

Frauenförderung in Usbekistan: Motor für eine nachhaltige Gesellschaftsentwicklung – Sparkassenstiftung auf Round-Table-Gespräch


Sparkassenstiftungsexpertin Ilona Gross (Bildmitte), sprach sich in Taschkent für die Förderung der finanziellen Bildung von Frauen aus und lobte die gute Projektzusammenarbeit der Stiftung mit dem usbekischen Frauenkomitee (MitarbeiterInnen auf dem Bild zu sehen).

Deutlich spürbar war die Trauer über den Tod des usbekischen Präsidenten Islam Karimov, der nach 25-jähriger Regierungszeit am 2. September gestorben war. Trotz dieses Verlustes und der aktuell offenen Präsidentschaftsnachfolge für das islamisch geprägte zentralasiatische Land, waren Vertreter politischer Parteien, von Instituten der Zivilgesellschaft und von Forschungszentren sowie Parlamentsmitglieder und ausländische Experten zahlreich auf der internationalen Versammlung zum Thema „Mutter- und Kinderschutz als Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft – Erfahrungen in Usbekistan“ am 7. September in Taschkent erschienen.

Im Fokus der vom usbekischen Frauenkomitee organisierten Veranstaltung standen Vorträge und Präsentationen zu aktuellen Themen aus dem Bereich des Mutter- und Kinderschutzes und insbesondere der Erfahrungsaustausch mit anderen Ländern.

Aus diesem Grund war auch die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation der Einladung der usbekischen Vizepremierministerin und Vorsitzenden des usbekischen Frauenkomitees, Elmira Basitkhanova, gefolgt, und berichtete über die langjährige Projektarbeit und Erfahrungen im Bereich der Frauenförderung in Usbekistan.

Finanzielle Bildung: Grundstein für die Sicherheit von Familien

Ilona Gross ist seit Jahren als selbständige Beraterin für die Sparkassenstiftung in Usbekistan im Einsatz und gedachte in ihrer Rede zunächst dem verstorbenen Präsidenten Karimov. Die Trauer der Menschen im Land sei auch in ihrer Arbeit vor Ort spürbar. Dennoch, so erinnerte die gebürtige Münchnerin, habe das Thema Bildung dem Regierungsoberhaupt am Herzen gelegen und es sei sicher in seinem Sinne, dieses nun weiter voranzubringen.

Neben dem Wissen über gesundheitsfördernde und –erhaltende Maßnahmen, sei vor allem finanzielle Bildung die Basis für den Schutz von Müttern, Kindern und die Sicherheit von Familien. Denn, so führte Gross aus, meist seien es in Usbekistan die Frauen, die tägliche Entscheidungen über Ausgaben treffen und die Verantwortung für das Haushaltsbudget tragen. „Die Verantwortung der Frau liegt darin, gesunde Kinder auf die Welt zu bringen und sie zu verantwortungsvollen, verlässlichen Menschen zu erziehen, und finanzielle Bildung ist dabei ein wesentliches Element.“ Kinder und junge Menschen sollten so früh wie möglich mit dem Wissen über Geld, den Finanzmarkt, Banken und der Bedeutung des Sparens vertraut gemacht werden. Dies könne nicht nur über die Mütter geschehen, sondern müsse unter anderem auch vom Schulsystem gefördert werden. Gross betonte, dass usbekische Schulen bereits engagiert finanzielle Bildung vorantrieben, indem sie Maßnahmen zur deren Förderung in den Unterricht integrierten, aber dass es oftmals noch an der praktischen Umsetzung hake. An diesem Punkt leiste die Sparkassenstiftung in enger Zusammenarbeit mit dem Frauenkomitee der Republik Usbekistan Unterstützung.

Gross erläuterte folgend die Hauptsäulen der Projektarbeit der Sparkassenstiftung in Usbekistan: Die erste Säule bestehe aus den Planspielen "Micro Business Game" und „Savings Game“. Sie vermitteln betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und unternehmerisches Know-how sowie Grundsätze des Sparens.
Die zweite Säule sei die Arbeit mit dem von der Sparkassenstiftung entwickelten Handbuch für Schulabgänger, welches den Einstieg ins Berufsleben erleichtern soll. Es definiert unter anderem Vor- und Nachteile einer beruflichen Selbständigkeit und enthält auch Tipps für Lehrer, mit denen diese ihre Schüler auf Bewerbungsgespräche vorbereiten können. Über 15.000 Exemplare seien, so Gross, inzwischen im Land verteilt worden.

Gross resümierte abschließend, dass die Projektarbeit in Usbekistan zur Förderung der finanziellen Bildung bisher sehr erfolgreich verlaufen sei – dies nicht zuletzt wegen der hervorragenden Mitarbeit der Leiterinnen der Frauenberatungszentren im Land. „Was wir gemeinsam geschafft haben, verdanken wir vor allem Ihnen.“

Informationen über das Projekt „Erarbeitung eines genderspezifischen Programms zur Erhöhung der finanziellen Grundbildung in Usbekistan“ erhalten Sie hier

 

Ansprechpartner:

Matthias Fohs / Carina Lau
Sparkassenstiftung für internationale Kooperation
Simrockstraße 4
53113 Bonn

Tel.: +49 228 9703 6617 / 6608
Fax: +49 228 9703 6613



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