24.06.2019

Business Games made by Sparkassenstiftung: Globales Erfolgsmodell mit Potenzial für deutsche Sparkassen

Seit ihren Anfängen in den 1990er Jahren haben sich die Business Games der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V. zu einer internationalen Marke entwickelt. Sie stehen für innovative und interaktive Lernerfahrung. Das Portfolio aus derzeit sieben Business Games für verschiedene Zielgruppen eignet sich nicht nur für den Einsatz in Entwicklungs- und Schwellenländern. Die anspruchsvollen Trainings sind auch für deutsche Finanzexperten eine ideale Weiterbildungsmaßnahme – insbesondere für Sparkassen, deren Mitarbeiter und auch Kunden.


Voller Einsatz für die Sparkassenstiftung: Ferdinand Feldgen, ehemaliger Projektleiter und stellvertretender Geschäftsführer der Stiftung und Shakib Ahmed, Alumnus der S-Hochschule und heute Mitarbeiter der Prüfungsstelle beim Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP) gehören inzwischen zu den erfahrensten Business Game Trainern und sind regelmäßig in Projektländern der Stiftung aktiv.

Ferdinand Feldgen war fast 25 Jahre für die Sparkassenstiftung als Projektleiter für verschiedene Länder Asiens, Afrikas und Europas tätig. Von 2003 bis zu seinem Ruhestand war er außerdem stellvertretender Geschäftsführer. Sein Einsatz für die Stiftung währt bis heute: Seit einigen Jahren ist der gelernte Bankfachmann als Business Game Trainer rund um den Globus im Einsatz.

Shakib Ahmed ist Alumnus der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe und heute Mitarbeiter der Prüfungsstelle beim Sparkassenverband Rheinland-Pfalz (SVRP). Seinen ersten Einsatz für die Sparkassenstiftung hatte er 2016 im Rahmen des Stipendienprogramms „Raus aus der Komfortzone“. Seitdem ist er regelmäßig in Projektländern der Stiftung aktiv und unterstützt die Kollegen vor Ort in den Bereichen Business Games, Risiko- und Prozessmanagement sowie Personalwesen.

Hier berichten beide über die Erfolgsfaktoren der Business Games, warum diese bei der Arbeit in Entwicklungs- und Schwellenländern unverzichtbar sind und weshalb sie auch für Institute der Sparkassen-Finanzgruppe in Deutschland immer interessanter werden.


Herr Feldgen, die Business Games werden in der Projektarbeit der Sparkassenstiftung immer gefragter. Was sind die wichtigsten Ziele und wie viele Menschen wurden weltweit bisher mit den Trainings erreicht?


Feldgen: Unser Ziel als Sparkassenstiftung ist die finanzielle Inklusion aller Bevölkerungsschichten rund um den Globus. Die Business Games spielen bei unserer Arbeit eine tragende Rolle, denn sie sind bedeutende Instrumente bei der Vermittlung von finanzieller Bildung – eine Grundvoraussetzung für alle, die am wirtschaftlichen Leben teilhaben wollen. Mit den brettbasierten Business Games, etwa dem Micro Business Game, dem Savings Game oder dem Farmers Business Game erreichen wir Kleinunternehmer, Privatpersonen und Unternehmer aus dem Agrarsektor. Computerbasierte Planspiele wie das Bank Management Game, das Market Development Game oder das Strategic Risk Management Game richten sich vor allem an Bankmanager, -mitarbeiter und Nachwuchsführungsführungskräfte aus dem Finanzsektor. Die Stiftung setzt die Business Games seit 1998 in ihrer Projektarbeit ein und hat bis heute weltweit knapp 90.000 Menschen mit den Trainings geschult.

Herr Ahmed, Sie sind inzwischen ein erfahrener Business Game Trainer. Warum sind die Business Games ihrer Meinung nach so effektiv?

Ahmed: Mit Business Games erleichtert die Stiftung einer breiten Zielgruppe, vom Schüler, Studenten oder Auszubildenden über Existenzgründer bis hin zur Fach- und Führungskraft, den Zugang zu komplexen und abstrakten Finanzthemen. Die Teamarbeit innerhalb der Trainings fördert die sozialen und kommunikativen Kompetenzen der Teilnehmer sowie deren Fähigkeit zum Perspektivenwechsel – dadurch verbessert sich unter anderem auch das Konfliktmanagement bei unterschiedlichen Meinungen. Das risikofreie Ausprobieren ist ein weiterer Pluspunkt: Theoretisch gelerntes Wissen kann aktiv eingesetzt, ohne dass man sich Gedanken über die Folgen machen muss. Alles in allem überzeugt das didaktische Konzept der Business Games. Die Trainings machen Spaß, während sie gleichzeitig Wissen vermitteln. Die Teams lernen dabei nicht nur aus ihren eigenen richtigen oder falschen Entscheidungen, sondern auch aus denen der anderen Gruppen.

Herr Feldgen, die Business Games sind ein unverzichtbares Instrument für die Arbeit in den Projektländern der Stiftung. Inzwischen geben Sie aber auch regelmäßig Bank Management Game Trainings für Studenten an der Hochschule der Sparkassen-Finanzgruppe in Bonn. Warum sind diese Seminare auch für zukünftige Fach- und Führungskräfte aus der Sparkassen-Finanzgruppe relevant?

Feldgen: Fachliche Kompetenz ist für alle Fach- und Führungskräfte in Deutschland und der Welt die Basis für beruflichen Erfolg. Gerade die computerbasierten Business Games sind ideale Instrumente in der Bildungsarbeit für diese Zielgruppen: Sie helfen, fachliche Zusammenhänge zu erkennen, Chancen zu nutzen und Fehler zu vermeiden – das gilt vom Auszubildenden bis hin zum künftigen Manager.

Also eignen sich die Business Games, vor allem die computerbasierten Angebote, auch als Weiterbildungsmaßnahme für Institutionen der Sparkassen-Finanzgruppe?

Feldgen: Ohne Frage. Für die Teilnehmer aus der Sparkassenfamilie ist vor allem das „Bank Management Game“ interessant: Hier kann ausprobiert werden, wie die effiziente betriebswirtschaftliche Steuerung einer Sparkasse funktioniert. Auch das Market Development Game bringt dieser Zielgruppe viel, denn sie lernt damit, wie man das Filialgeschäft erfolgreich, kunden- und ertragsorientiert steuert. Zu guter Letzt eignet sich auch unser „Risk Management Game“ für den Einsatz in Sparkassen und Akademien: Sein Fokus liegt auf der Risikosteuerung in Übereinstimmung mit den aufsichtsrechtlichen Regelungen. Ahmed: Durch unterschiedliche Schwierigkeitslevels, in denen die Stiftung ihre computerbasierten Business Games anbietet, können diese als Weiterbildungsmaßnahme in verschiedensten Bereichen eingesetzt werden: Innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe kommen sie bereits im Master-Studiengang der Hochschule zum Einsatz. Genauso eignen sie sich aber auch für den Lehrplan des Bachelor-Studiums, beispielsweise in den verschiedenen bereichsübergreifenden Fächern zu den Themen Banksteuerung und Strategien. Auch könnten sie Bestandteil der Spezialistenseminare sein (zum Bespiel zu Controlling oder Revision), in Seminaren für Verhinderungsvertretung oder in der Verbandsprüferausbildung zum Einsatz kommen. In den Sparkassen selbst bieten sie sich beispielsweise an für Schulungen von Führungskräften, Verwaltungsräten und für Nachwuchs(führungs)kräfteprogramme.


Was ist der Mehrwert, den Institutionen und Institute der Sparkassen-Finanzgruppe und aus den Business Games als Trainingsmaßnahme für Mitarbeiter ziehen könnten?

Ahmed: Mit den Business Games investieren Sparkassen und Institutionen aus der S-Finanzgruppe in die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter und Führungskräfte. Das strategische Entscheidungsverhalten wird verbessert und es entsteht ein stärkeres Verständnis dafür, wie verschiedene bankpolitische Entscheidungen voneinander abhängen. Feldgen: All das sind wichtige Bausteine für eine langfristig nachhaltige Sicherung der Ertragsstärke eines Instituts, für ein effizientes Risikomanagement und einen guten Marktauftritt. Business Game Trainings sind ein überschaubares Investment mit großem Output. Die Teilnehmer bauen wichtige Kompetenzen auf und aus, ohne dass sie langatmigen, theoretischen Vorträgen lauschen müssen. In den Business Game Trainings sammeln sie konkrete Eindrücke, die garantiert hängen bleiben.


In der S-Hochschule kommt vor allem das Bank Management Game zum Einsatz. Wie sieht ein solches Training genau aus und was nehmen die Teilnehmer daraus mit?

Feldgen: Die Teilnehmer werden in etwa gleich große Gruppen aufgeteilt. Jede Gruppe übernimmt die Aufgabe des Top-Managements einer Bank oder Sparkasse für mehrere Planspielperioden (Geschäftsjahre). Alle Gruppen stehen im Wettbewerb zueinander – ähnlich wie in der Realität. Jede Gruppe muss nun eine Erfolgsstrategie für ihr Institut entwickeln und umsetzen. Für die Umsetzung gilt es, wichtige Entscheidungen zu treffen: Welche Zinssätze für Kreditprodukte legen wir fest? Welche Summen investieren wir in die IT und in das Marketing, welche Maßnahmen setzen wir ein zur Förderung der Mitarbeiterzufriedenheit oder zur Verbesserung der Servicequalität und so weiter. Von Spielrunde zu Spielrunde wird das Training komplexer, indem immer neue Herausforderungen gemeistert werden müssen – beispielsweise erweitert sich die Produktpalette der Bank. Neben den vielen Entscheidungen, die jede Gruppe also für den Erfolg ihres Instituts treffen muss, gilt es gleichzeitig einzuschätzen, wie die anderen Gruppen, also die Mitbewerber, am Markt agieren. Nach jeder Spielrunde ermittelt das im Training genutzte Computermodell, wie sich die Entscheidungen der Teilnehmergruppen auf den Erfolg ihres Instituts ausgewirkt haben. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit den Teilnehmern analysiert und es wird ein Erfolgswert für die einzelnen Institute errechnet. Dieser würde bei einer Aktienbank etwa dem Aktienkurs entsprechen. Am Ende des Trainings präsentieren die Gruppen ihre Ergebnisse und diskutieren offene Fragen.


Herr Ahmed, Sie haben 2016 ihren Masterabschluss an der S-Hochschule gemacht und als Student dort ebenfalls an den Business Game Trainings der Sparkassenstiftung teilgenommen. Was hat Sie daran besonders überzeugt und was konnten Sie mit in Ihren Arbeitsalltag nehmen?

Ahmed: Besonders überzeugt hat mich, dass das Bank Management Game-Training im Rahmen des Masterstudiums als Prüfungsleistung benotet wird. Diese Entscheidung der S-Hochschule halte ich rückblickend für sehr gut. Denn es wird eine ähnliche Stresssituation bei den Teilnehmern erzeugt wie jene, der Fach- und Führungskräfte einer Bank im echten Leben täglich ausgesetzt sind. Das Training wird dadurch besonders realistisch, wobei sich eventuelle Fehlentscheidungen nur auf die Simulation auswirken. Dank der Business Games kann ich heute aus einer Vielzahl von Informationen das Wesentliche herausfiltern und unter Zeitdruck innerhalb eines aus mehreren Personen bestehenden Teams Entscheidungen treffen. Durch die Trainings habe ich die Abhängigkeiten zwischen Rentabilität, Wachstum, Sicherheit und Liquidität zu erkennen gelernt, was mir in meinem Arbeitsalltag sehr weiter hilft.

 

Weitere Informationen zu den Business Games der Sparkassenstiftung finden Sie hier

Impressionen aus Business Games weltweit finden Sie in unserer Bildergalerie

 

Beitrag in der Sparkassenzeitung Online, Juni 2019

 

 

Ansprechpartner:

Paul Kriews/ Carina Bauer
Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V.
Simrockstraße 4
53113 Bonn

Tel.: +49 228 9703-6639/-6608
Fax: +49 228 9703-6613


Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V.
Simrockstraße 4, 53113 Bonn

Telefon: 0228 9703-0
Fax: 0228 9703-6613 oder -6630

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