07.03.2019

Sparkassen Know-how in die Welt bringen: Stipendienprogramm „Raus aus der Komfortzone“ geht in die sechste Runde

Neben „act locally“ auch „think globally“: Das Nachwuchsförderprogramm der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation und der Eberle-Butschkau-Stiftung macht´s möglich und schickt auch 2019 wieder kluge Köpfe aus der Sparkassen-Finanzgruppe als Botschafter der deutschen Sparkassen in Projektländer der Sparkassenstiftung rund um den Globus


„Wissen ist nichts Naturgegebenes, sondern etwas, das der Mensch sich ansammelt“.
Mit diesen Worten begrüßte Niclaus Bergmann, Geschäftsführer der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation, die alten und neuen Stipendiengewinner auf dem diesjährigen Treffen der Generationen am 14. Februar in Bonn.
Die praxisbezogenen Auslandseinsätze im Rahmen des Stipendienprogramms bieten genau das: Die Chance, Wissen anzusammeln, den eigenen Horizont und das persönliche Potenzial zu erweitern und gleichzeitig das eigene Know-how weiterzugeben.

Seit dem Startschuss des Programms in 2014 haben rund 60 Mitarbeiter aus den Reihen „Sparkassen-Familie“ diese Chance ergriffen. Doch nicht nur die jungen Nachwuchstalente profitieren von dem Erfolgsprogramm: Auch die Experten in den weltweiten Projektbüros der Sparkassenstiftung schätzen die Unterstützung der Stipendiate in der Projektarbeit vor Ort. Einige von ihnen haben wir letztes Jahr zu Wort kommen lassen – den Testimonialbeitrag finden Sie hier.

Vom Perspektivenwechsel ihrer Mitarbeiter profitieren ebenfalls die entsendenden Institute, denn der „Blick über den Tellerrand“ verändert und lässt das eigene (Arbeits-)Verhalten reflektieren.

Hier berichten einige Stipendiengewinner des letzten Jahres, was sie aus ihren Auslandseinsätzen mit zurück in ihre Heimatsparkasse genommen haben

 

Nadine Heublein, Ausbildungsleiterin Geschäftsbereich Personal bei der Sparkasse Gütersloh-Rietberg, Einsatzland Ghana:

Der Einsatz in Ghana gehörte zu der spannendsten Zeit in meiner bisherigen beruflichen Laufbahn. Ich kann nun wieder nachvollziehen, wie sich unsere Auszubildenden und Praktikanten fühlen, wenn sie neue Aufgaben übernehmen oder sich fremden und herausfordernden Situationen stellen müssen. Ich habe gelernt, offener und unvoreingenommener mit Menschen umzugehen. In Ghana läuft nicht alles nach Plan – daher habe ich gelernt mich schnell, lösungsorientiert und flexibel auf Situationen einzustellen und die bekannten, deutschen strukturierten Arbeitsweisen ein Stückweit abzulegen. Ich möchte meine Leichtigkeit und Lebensfreude, die ich in Ghana wiedererlangt habe, beibehalten und mich nicht mehr so schnell über Dinge ärgern und mich stressen lassen.

Siegfried Lang, Leiter Beratungscenter Sparkasse Bodensee, Einsatzland Georgien:

Mir ist noch bewusster geworden, was für eine Errungenschaft ein stabiles Sozialsystem in Europa für uns darstellt. Fehlende Sparrücklagen und unzureichende (private) Versicherungen haben in Georgien teils gravierende Folgen, vor allem für Einzelpersonen und Familien. Unvorhergesehene Ereignisse wie Krankheit oder Jobverlust stürzen die Menschen schnell in eine existenzielle Krise. Eine meiner Aufgaben in Deutschland ist es, meine Kunden durch erfolgreiche Versicherungs-, Altersvorsorge und Vermögensberatung widerstandsfähiger gegen diese unvorhergesehenen Ereignisse des Lebens zu machen. Der Wert dieser Dienstleistung ist mir jetzt bewusster als noch vor meinem Einsatz. Alles in Allem war es eine spannende Erfahrung, für eine begrenzte Zeit im „außereuropäischen“ Ausland arbeiten zu können. Ich bin sehr dankbar, dass die Sparkassenorganisation solche Erfahrungen möglich macht. Über den Tellerrand zu blicken ist mir schon immer ein Anliegen gewesen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich solche Projekte auch für die Sparkassenorganisation langfristig auszahlen werden, denn Lernen und Wissensvermittlung ist niemals eine Einbahnstraße.

Sascha Koziolek, Firmenkundenberater Sparkasse Pforzheim Calw, Einsatzländer Kirgisistan, Turkmenistan:

Die Erfahrungen, die man macht, wenn man eben nicht nur im abgesteckten Urlaubsumfeld unterwegs ist, sondern sich voll und ganz auf die Kultur, die Menschen und den Arbeitsalltag in einem fremden Land einlässt sind unbezahlbar. Es bereichert sowohl den persönlichen als auch den beruflichen Erfahrungsschatz ungemein. Der Projekteinsatz hat mich fachlich weitergebracht. Die Erfahrungen mit Arbeitsweisen und Bankmitarbeitern, die den gleichen Fachbereich betreuen wie ich, nur eben auf der anderen Seite der Welt, sind von unschätzbarem Wert. Denn im Firmenkunden- und insbesondere im Auslandsgeschäft ist es immer ein großes Plus, wenn man Erfahrungen im Kundengespräch mit einfließen lassen kann. Für diese Möglichkeit bin ich umso dankbarer, da die Wege ins Ausland als Sparkassenmitarbeiter recht rar sind. Umso wichtiger ist es, neben dem allbekannten Regionalprinzip der Sparkassen, auch den wichtigen internationalen Beitrag hervorzuheben, denn die Sparkassenorganisation auf diesem Wege leistet.

Christina Göckede, Referentin Vertriebscontrolling Sparkasse Bielefeld, Einsatzland Laos:

Während ich bei meinem Job als Referentin im Vertriebscontrolling bei der Sparkasse Bielefeld schon seit Jahren sehr routiniert Aufgaben bearbeite, musste ich mich in Laos erstmal in den Aufbau des Berichtswesens einarbeiten. Ich habe gelernt, dass es wichtig ist, auch mal „fünfe gerade sein zu lassen“ und sich von der gewohnten deutschen Struktur zu lösen, um Dinge und Problemstellungen aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten. Sehr beeindruckt hat mich die Gelassenheit und Fröhlichkeit der Menschen vor Ort. Auch dann, wenn nicht alles nach Plan läuft oder das Dorf aufgrund von starken Regenfällen und einem Dammbruch überflutet wurde. Für meine Arbeit in Deutschland habe ich versucht auch ein Stück dieser Gelassenheit und Zufriedenheit mitzunehmen und bin wesentlich geduldiger geworden.

Nadine Djordjevic, Vermögensberaterin Sparkasse Hochschwarzwald, Einsatzland El Salvador:

Aufgrund meines beruflichen Hintergrunds ist die ganzheitliche Kundenberatung im Rahmen des Finanzkonzepts mein „tägliches Brot“. Ich war schon zu Beginn sehr erfreut und neugierig, wie ich meine Erfahrungen in diesem Bereich in einem fremden Land mit einer fremden Kultur und an fremde Menschen weitergeben könnte. Nach (leider nur) sechs Wochen in El Salvador bin ich sehr begeistert von der Projektarbeit. Ich durfte in einem sehr aufgeschlossenen, wissbegierigen und sehr gut strukturierten Team arbeiten. Das Team in El Salvador ist hoch motiviert und versucht immer wieder neue Ideen in die Praxis umzusetzen. Ich war wirklich sehr überrascht von dieser „Ideenschmiede“, und mit welch fester Überzeugung die Arbeit der Sparkassenstiftung, die Marke „Sparkasse“ in diesem Land und auch weltweit vertreten wird. Für mich ganz persönlich, und ich gehe davon aus, dass ich hier für fast alle Stipendiate sprechen kann, konnte ich meine Flexibilität und Spontanität weiter ausbauen und die lateinamerikanische Gelassenheit ein Stück weit nach Deutschland bringen. Die Kunden der Sparkasse Hochschwarzwald haben meinen Einsatz sehr positiv bewertet und schätzen die weltweite Projektarbeit der Sparkassenstiftung sehr. Kurz gesagt: Für jeden Tag, den ich gemeinsam mit dem Team der Sparkassenstiftung erleben durfte, bin ich sehr dankbar. Ein Traum wurde durch das Stipendienprogramm wahr.

Tobias Trollst, Sparkasse Essen, Einsatzland Sambia:

Der Auslandseinsatz hat mich fachlich und persönlich weitergebracht. Aus fachlicher Sicht konnte ich mich im Hinblick auf das Projektmanagement weiterentwickeln. Die Planung rund um den Weltspartag, den die Sparkassenstiftung vor einigen Jahren in Sambia eingeführt hat, war eine spannende Herausforderung. Die unterschiedlichen Interessen, der im Prozess beteiligten Akteure miteinander in Einklang zu bringen, war dabei die entscheidende Herausforderung. Durch meine Erfahrungen, die ich im Personalbereich bereits sammeln konnte, habe ich mich gewinnbringend in den Einstellungsprozess für neues Personal einbringen können. Aus persönlicher Sicht konnte ich mich im Hinblick auf meine interkulturelle Kompetenz weiterentwickeln. Hier sind zwischenmenschliche Herausforderungen in Bezug auf Pünktlichkeit und Termintreue zu nennen. An dieser Stelle sei abschließend auf meinen Blog (tobiasgoesbrazil.wordpress.com) verwiesen, der vor allem auch interkulturelle Erfahrungen und zwischenmenschliche Erlebnisse beschreibt.

Hans-Ulrich Müller, Unternehmenskundenbereich Frankfurter Sparkasse, Einsatzland Ruanda:

Durch die Arbeit für die Sparkassenstiftung in Ruanda hatte ich die Möglichkeit meine Erfahrungen im Bereich Projektarbeit zu vertiefen, in einem interkulturellen Team zu arbeiten, mir einen umfangreichen Überblick über den Finanzsektor eines Schwellenlandes und über die Herausforderungen von Mikrofinanzinstituten bei der täglichen Arbeit zu verschaffen. Mehr noch als den fachlichen Input möchte ich den menschlichen Aspekt hervorheben. Vielen geht es sicherlich wie mir vor rund 1,5 Jahren. Ruanda war mir nur aufgrund des Bürgerkrieges vor gut 25 Jahren bekannt. Doch dies wird dem Land bei weitem nicht gerecht. Die Entwicklung, die das Land seitdem gemacht hat, ist beachtlich und verdient größten Respekt. Das aktuelle Ziel der Regierung ist es Ruanda vom Status eines Entwicklungslandes hin zu einem Schwellenland zu entwickeln. Die Bevölkerung habe ich sowohl in der Hauptstadt Kigali als auch bei meinen Reisen durch das Land als freundlich, zuvorkommend und lebensfroh wahrgenommen. Dass Ruanda für das weitere wirtschaftliche Wachstum auch auf einen wachsenden Tourismus setzt, erscheint wenig verwunderlich, wenn man schonmal dort war. Obwohl es sich um ein vergleichbar kleines Binnenland handelt, hat es landschaftlich unheimlich viel zu bieten. Der Norden ist von einem Vulkangebierge, der Virunga-Kette geprägt, in der die berühmten Berggorillas ihre Heimat haben. Im Westen erstreckt sich der Kivusee an der Grenze zum Kongo und im Süden findet man Regenwald vor. Der Akagera Nationalpark im Osten, der die kompletten „Big 5“ beheimatet und sich von daher gut für eine Safari eignet, ist von einer weiten Steppenlandschaft geprägt.

Anna Latef, Kreissparkasse Bersenbrück, Einsatzland Kirgisistan:

Die Chance aus meiner Komfortzone auszutreten und meine Erfahrungen auf internationaler Ebene zu erweitern, wird einem nicht jeden Tag geboten. Leider ist es nicht üblich beziehungsweise nicht vielen Mitarbeitern der Sparkassen-Finanzgruppe möglich, für einen begrenzten Zeitraum im Ausland zu hospitieren. Die Herausforderungen in Kirgisistan haben mich persönlich sehr geprägt. Die Tatsache dort auf mich allein gestellt zu sein, den Berufsalltag in einer Fremdsprache (Russisch) zu beschreiten hat nicht nur meine Sprachkenntnisse erweitert, sondern auch meinen Horizont. Während meines Aufenthaltes hatte ich die Gelegenheit, im Auftrag einer kirgisischen Bank in unterschiedlichen Filialen als Testkäuferin zu agieren. Der Rollentausch war interessant: Wie fühlt man sich als Kunde? Was fällt einem auf, wenn man auf der anderen Seite des Beratungstisches sitzt? Hierbei hatte ich auch die Gelegenheit meinen eigenen Berufsalltag zu reflektieren und zu optimieren. Ein Wechsel der Perspektive hilft die eigenen, manchmal eingefahrenen Strukturen neu zu definieren. Toleranz, Weltoffenheit und internationale Kompetenz kann man nicht theoretisch lernen, sondern durch praktische Erfahrungen. Ich habe mir vorgenommen in meinem Beratungsalltag in Deutschland multikulturelle Skills aufzunehmen oder einfach immer wieder in Gedächtnis zu rufen, um alle meine Kunden bedarfsgerecht und individuell zu beraten.

Die Stipendiengewinner des aktuellen Jahrgangs sind zum Teil bereits in ihre Einsätze gestartet oder stehen in den Startlöchern. Insgesamt neun Stipendate wagen in 2019 den Blick über den Tellerrand in Ghana, Kirgisistan, Mexiko, Vietnam und vielen weiteren Projektländern der Sparkassenstiftung.

 

Lust auf mehr?

Hier finden Sie ausführliche persönliche Erfahrungsberichte und Foto-Impressionen der Stipendiaten 2018

 

Die Stipendiengewinner des aktuellen Jahrgangs sind zum Teil bereits in ihre Einsätze gestartet oder stehen in den Startlöchern. Insgesamt neun Stipendate wagen in 2019 den Blick über den Tellerrand in Ghana, Kirgisistan, Mexiko, Vietnam und vielen weiteren Projektländern der Sparkassenstiftung.

 

Über das Stipendienprogramm:

Wer im Bankenmarkt der Zukunft vorne bleiben möchte, der benötigt qualifizierte Mitarbeiter. Klugen Köpfen attraktive Perspektiven zu bieten, wird darum immer wichtiger. Ein praxisbezogener Auslandseinsatz erweitert den Horizont und das persönliche Potenzial. Pro Jahr vergeben die Sparkassenstiftung und die Eberle-Butschkau-Stiftung deshalb 5 bis 10 Stipendien an künftige Führungskräfte sowie die Kollegiaten und Alumni der Eberle-Butschkau-Stiftung. Es ist vorgesehen, dass die Stipendiaten ca. 4 bis 8 Wochen in einem der weltweiten Projekte der Sparkassenstiftung tätig sind. Die Bewerbungsrunde für das Stipendienprogramm 2019/2020 startet im Frühsommer dieses Jahres

 

 

Ansprechpartner:

Matthias Fohs / Cornelia Müller / Carina Bauer
Sparkassenstiftung für internationale Kooperation
Simrockstraße 4
53113 Bonn

Tel.: +49 228 9703-6617 / -6614 / -6608

 

 


Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V.
Simrockstraße 4, 53113 Bonn

Fon: +49 228 9703-0
Fax: +49 228 9703-6613 o -6630

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