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Bolivien / Chile / Ecuador / El Salvador / Honduras / Kolumbien / Kuba / Mexiko / Panama / Peru

Regionalprojekt zur Verbesserung des nachhaltigen Zugangs zu Finanzdienstleistungen durch die Stärkung von Bildungs- und Verbandsstrukturen


   
Region
Lateinamerika und Karibik

Land
Bolivien / Chile / Ecuador / El Salvador / Honduras / Kolumbien / Kuba / Mexiko / Panama / Peru
 
Begünstige/r
Ausgewählte staatliche Träger für Maßnahmen der Finanziellen Bildung sowie Aus- und Fortbildung (z. B. duales Ausbildungssystem), Mikrofinanzverbände, Mikrofinanzinstitutionen und deren Mitarbeiter, Mikrounternehmer/Innen sowie Familien, Kinder und Jugendliche aus unteren und mittleren Einkommensgruppen. Projektpartner sind:
  • UCACSUR, Ecuador
  • FEDECRÉDITO, El Salvador
  • BANSEFI, Mexiko
  • Caja Morelia Valladolid, Mexiko
  • Banco de la Nación, Peru
  • u.a.
 
Deutsche Partner
Ostdeutscher Sparkassenverband (OSV)
 
Zuwendungsgeber
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
 
Dauer

01. Oktober 2014 – 30. September 2022

(aktuell: Erste Projekthauptphase, 01. Oktober 2016 bis 30. September 2019)


   

Beschreibung

Hauptziel dieses umfassenden Regionalprojektes ist es, den nachhaltigen Zugang zu Finanzdienstleistungen durch die Stärkung von Bildungs- und Verbandsstrukturen zu verbessern.

Der Zugang zu Finanzdienstleistungen ist fundamental wichtig und bietet die Chance, die Lebensbedingungen der Armen zu verbessern und kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU), als Motoren von wirtschaftlichem Wachstum und Beschäftigungswachstum, zu unterstützen.

Es sind häufig die ärmeren Bevölkerungsschichten, die sich beispielsweise zur Deckung kurzfristiger Bedürfnisse von den stark präsenten Lockangeboten für eine schnelle Kreditaufnahme beeinflussen lassen, ohne die tatsächlich entstehenden Kosten abschätzen zu können. Solche Verhaltensmuster bergen eine hohe Gefahr der Überschuldung. Gerade für die ärmeren Bevölkerungsschichten ist es besonders wichtig, durch Sparen für finanzielle Notsituationen vorzusorgen, wobei nicht das Sparen „unter der Matratze“, sondern vielmehr die Anlage der Ersparnisse in einer formellen Finanzinstitution die notwendige Sicherheit mit sich bringt.

Als Unterstützung während der Gründung und des Wachstums benötigen die KKMU einen verlässlichen Finanzierungspartner, der ihnen kompetente Finanzberater zur Seite stellt. In diesem Zusammenhang sind die duale Ausbildung von Finanzberatern bzw. die Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften von großer Bedeutung. Auch die Stärkung und Professionalisierung der Verbandsstrukturen fördern ein funktionierendes Finanzsystem und eine betriebswirtschaftlich effiziente Organisation der angeschlossenen Mikrofinanzinstitute, sodass auch hier mittelbar Vorteile den Kunden der MFIs zu Gute kommen (z.B. Kostenvorteile, Angebot adäquater Produkte, professionelle Beratung). Auch bei Regulierungsfragen oder der Sicherung von Spareinlagen kommt den Verbänden als Interessensvertretern der angeschlossenen Finanzinstitute eine wichtige Rolle zu.

Das Hauptziel des Projekts wird entsprechend über vier Schwerpunkte verfolgt:

1)      Einführung des dualen Ausbildungssystems
2)      Aufbau und Erweiterung des Fortbildungsangebots und Beratung der Partnerinstitutionen
3)      Stärkung des Verbandswesens
4)      Verbesserung der Finanziellen Bildung

Das Projekt fördert den nachhaltigen Zugang zu Finanzdienstleistungen auf mehreren Ebenen:

Makroebene:
Die Zusammenarbeit auf Ebene der staatlichen Institutionen (u.a. Bankenaufsicht, Entwicklungsprogramme, Verbraucherschutzbehörde, etc.) ist grundlegend für die Schaffung angemessener Rahmenbedingungen im (Mikro)Finanzsektor und für die Verabschiedung und Akzeptanz einheitlicher Strategien z.B. zur Förderung der Finanziellen Bildung.

 

Mesoebene:
Verbände tragen zur Professionalisierung ihrer Mitgliedsinstitutionen und zur Stabilisierung des Finanzsektors bei. Speziell die Schaffung von Bildungsstrukturen zur Aus- und Fortbildung von Fach- und Führungskräften der MFIs spiegelt sich später in einer verbesserten finanzwirtschaftlichen Versorgung der breiten Bevölkerung wie auch der kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen wider.

 

Mikroebene:
Auf Seiten der MFIs ist die Nutzung dieser Bildungsstrukturen Voraussetzung für eine kompetente und umfassende Beratung der Kunden zu Standardprodukten (Sparen, Kredit, Versicherung) sowie für die Vermittlung von Kenntnissen zur Finanziellen Bildung und für das Verständnis der Belange der Kunden. Mit der Sicherung eines angemessenen Qualitätsniveaus von Führungskräften kann letztlich auch die Existenz und Stabilität der MFI nachhaltig gesichert werden. Auf Seiten der Kunden bzw. der allgemeinen Bevölkerung sind Finanzielle Bildung und das Verständnis für wesentliche finanzielle und gesamtwirtschaftliche Zusammenhänge eine Voraussetzung dafür, bewusste finanzielle Entscheidungen treffen zu können. Eine in Finanz- und Budgetfragen aufgeklärte Bevölkerung versteht die ihr angebotenen Finanzprodukte und ist damit in der Lage, sinnvolle Finanzentscheidungen zu treffen, um so ihre Lebenssituation zu verbessern.

 

Zuvor führte die Sparkassenstiftung die Projekte "Stärkung eines Spar- und Kreditgenossenschaftsverbands" (Ecuador) , "Stärkung des Verbands ASOMICROFINANZAS" (Kolumbien)  und Regionalprojekt zur Stärkung der finanziellen Bildung durch. Die Aktivitäten der Sparkassenstiftung in Lateinamerika werden im aktuellen Regionalprojekt fortgeführt und thematisch wie geografisch erweitert. 

 

Aufgabenstellung

  • Einführung der dualen Berufsausbildung im Finanzsektor, inkl. Entwicklung angepasster Lehrpläne und Ausbildungsmaterialien, Schulung der Dozenten und Fachbetreuer, Identifizierung einer geeigneten Zertifizierungsstelle, etc.
  • Entwicklung und Durchführung von Aus- und Fortbildungsprogrammen
  • Auswahl und Schulung von Trainern, Dozenten, Multiplikatoren
  • Konzeption und Aufbau von Bildungseinrichtungen in Partnerverbänden
  • Beratung von Verbänden z.B. hinsichtlich Organisationsstruktur, Finanzierung, Governance-Struktur, Verbesserung des Dienstleistungsangebots, etc.
  • Unterstützung der Verbände bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben als Interessenvertreter
  • Sensibilisierung für Finanzielle Bildung z.B. mit MFIs, Verbänden, Verbraucherschutzeinrichtungen, staatlichen Stellen, etc.
  • Entwicklung und Umsetzung von länder- bzw. partnerspezifischen Strategien für Finanzielle Bildung
  • Weiterentwicklung von Schulungsmaterialien für Finanzielle Bildung und Durchführung von Schulungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Privathaushalte und Klein(st)unternehmer)

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