03.01.2017

Die Bilderwelten der Sparkassenstiftung

Durch Fotografie ganz nah an den Menschen: Einzigartige Impressionen aus fünf Projektregionen zeigen die Arbeit der Sparkassenstiftung aus einem anderen Blickwinkel.

Das entwicklungspolitische Engagement der Sparkassen-Finanzgruppe aus einer völlig neuen Perspektive erlebbar machen – das war Ziel der Zusammenarbeit der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation mit dem Fotografen Philip Ruopp.

Nach seinen Reisen durch Ghana, Laos und Vietnam im Jahr 2012, sammelte er in 2015 beeindruckende Impressionen im Kaukasus und in Zentralasien. Ganz nah an den Menschen erlebte er die jeweiligen kulturellen, religiösen und politischen Verhältnisse in den Partnerländern der Sparkassenstiftung. Die Aufnahmen porträtieren nicht nur den Alltag der Menschen, sondern gewähren darüber hinaus unmittelbare Einblicke in die Projektarbeit der Sparkassenstiftung.


Ghana

Bildung ist ein zentraler Schlüssel für die Entwicklung eines Landes. Die Sparkassenstiftung unterstützt den Verband der ghanaischen Spar- und Kreditkooperativen beim Aufbau und der nachhaltigen Entwicklung einer eigenen Akademie, dem "Credit Union Training Center" (CUTraC). Aufgrund der erfolgreichen Projektarbeit in Ghana seit 2010, hat die Stiftung ihre Aktivitäten inzwischen auch auf das Nachbarland Gambia ausgeweitet. Durch nachfragegerechte, bezahlbare und methodisch sinnvolle Bildungsangebote der Akademie sollen die Credit Unions sowie andere Mikrofinanzverbände gestärkt und somit in die Lage versetzt werden, mehr Menschen, vor allem im ländlichen Raum, mit Finanzdienstleistungen zu versorgen.

In Jirapa wurde 1955 die erste Credit Union (eine Art Genossenschaftsbank) gegründet. Heute gehört sie zu den größten „Filialen“ des Landes. Seit 2010 unterstützt die Sparkassenstiftung, gemeinsam mit dem Rheinischen Sparkassenverband, den ghanaischen Verband der Credit Unions in einem Partnerschaftsprojekt.
Kwame Asamoah züchtet seit drei Jahren Hühner auf seiner eigenen Farm und verkauft dank eines Gründungs-Kredits der Credit Union heute ca. 3.000 Eier pro Tag.
Hinter diesem ghanaischen Wanderer kann man ganz deutlich die traditionellen Opferschalen erkennen, mit deren Hilfe nach wie vor kleinere Hühner-Opfer zum Zeichen des Dankes oder der Bitte dargebracht werden.
Was die wirtschaftliche Entwicklung sowie die demokratische Regierung betrifft, gehört Ghana derzeit zu den Vorzeigestaaten Afrikas. Beste Voraussetzungen für die Zukunft dieses kleinen Ghanaers.
Der Kente-Weber Kojo Opoku fertigte im Auftrag der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation 4.000 Lesezeichen aus Stoff. Diese dienten als Beigabe zum letztjährigen Jahresbericht der Stiftung.
Die abgebildete Sparbox ist feuerfest und widersteht einfachen Einbruchsversuchen. Ca. 20.000 Stück dieser Boxen wurden unter den Mitgliedern der Credit Unions verteilt. Zur Öffnung benötigt man zwei Schlüssel – einen hat der Sparer und den anderen ein Mitarbeiter der Credit Union. Dieser kommt am Monatsende vorbei, öffnet die Box zusammen mit dem Sparer und schreibt den Inhalt dem Sparkonto gut. Die Boxen sind daher besonders bei Händlern sehr beliebt, die täglich einen Teil ihrer Einnahmen sparen wollen.
Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter der Credit Unions und sogenannte „trainings of trainers“ stehen im Fokus der Projektaktivitäten der Sparkassenstiftung in Ghana, wo sie seit 2010 die Akademie der Spar- und Kreditkooperativen unterstützt.
Die Besitzerin einer kleinen Boutique möchte am Abend ihre Tageseinnahmen in der Credit Union einzahlen. Als Geldkassette dient ihr seit Jahren eine grün-weiße Plastiktüte.
Frau Abena Danso ist Lehrerin an der Gesamtschule in Tumu und weiß, wie wichtig Bildung ist. Sie spart seit vielen Jahren Geld, um ihren Kindern ausreichend Bildung ermöglichen zu können.
Die Angehörigen des Stammes der Talensi, der seit dem 11. Jahrhundert im Norden Ghanas ansässig ist, leben heute noch nach der traditionellen Lebensweise ihrer Vorfahren. In den meisten Dörfern rund um die Tonga Hills gibt es weder fließend Wasser noch Strom.

Fotograf: Philip Ruopp, (c) Sparkassenstiftung


Laos und Vietnam

Geld sicher anlegen, einen Kredit bekommen, Versicherungen abschließen und Geldüberweisungen tätigen - all dies bei kleinsten Beträgen. Für Menschen mit geringem Einkommen ist es eine Herausforderung, die Kosten des alltäglichen Bedarfs zu decken. Ein breites Netz von Mikrofinanzinstituten, die diese Menschen mit bedarfsgerechten Finanzdienstleistungen versorgen, ist ein wichtiger Faktor für finanzielle Inklusion. In Laos, Vietnam, Kambodscha und Myanmar unterstützt die Sparkassenstiftung ihre Projektpartner daher beim Aufbau und der Ausweitung eines Mikrofinanznetzwerks, um damit die Lebensbedingungen ländlicher Haushalte zu verbessern und Kleinst- und Kleingewerbetreibende zu stärken.

Frau Manola Joy besitzt neben einer kleinen Vogel- und Fischzucht ihr eigenes Ladengeschäft, in dem sie diverse selbstangepflanzte Lebensmittel sowie eine kleine Auswahl an Haushaltswaren anbietet. Alles finanziert durch Mikrokredite des WFDF (Woman & Family Development Fund). Der WFDF in Laos ist Teil eines Regionalprojektes der Sparkassenstiftung im ehemaligen Indochina und Myanmar.
Die buddhistischen Mönche in Vientiane, Laos sind auch im 21. Jahrhundert noch sehr eng mit der traditionellen Lehre verbunden.
Auf diesem Bild kann man erahnen, wie und wo die vietnamesischen Frauen ihr Geld aufbewahren
Frau Chan und ihre Nachbarinnen aus Pha Pong in Laos flechten Reiskörbe (sogenannte „Thip Kao“), um sie dann für einen fairen Preis an Einheimische und Touristen zu verkaufen. Den Kauf des Rohmaterials finanzieren sie durch einen Gruppenkredit
Nach einem ganzen Tag der Reisernte ist Frau Pham aus Naxay in Laos die Anstrengung ihrer Arbeit anzusehen.
Bananen, Gemüse und Fisch gehören zu den meist angebotenen Waren auf Vietnams kleinen Märkten.
Diese Grundschule in Thabok, Laos liegt direkt neben dem Tempel, in dem das Center-Meeting stattfindet. Im Anschluss an die offizielle Zeremonie verteilen die Mitarbeiter des WFDF (Women & Family Development Fund) die restlichen Kekse und Wasserflaschen an die Grundschüler.
Die sogenannten Center-Meetings des WFDF (Woman & Family Development Fund) ermöglichen den laotischen Frauen an der Armutsgrenze einfache Finanzdienstleistungen vor Ort. Da die Kundinnen nicht in die Stadt kommen können, finden die Center-Meetings regelmäßig in den Tempeln der kleinen Dörfer statt.
Herr Thi Mai aus Nam Giang in Vietnam fertigt zusammen mit seiner Frau seit einigen Jahren handgemachte Scheren im hauseigenen Betrieb und verdient auf diese Weise den Lebensunterhalt für seine Familie.
Die Frauen der Muong (eine der 54 ethnischen Minderheiten Vietnams) tragen alle traditionell ein rot-blaues Gewand, das sie sich selbst in mühevoller Kleinarbeit anfertigen.

Fotograf: Philip Ruopp, (c) Sparkassenstiftung 


Kaukasus

In Projektländern mit sowjetischer Vergangenheit ist das Vertrauen in die Banken und den Finanzsektor gering. „Responsible Finance“, also der faire Interessenausgleich zwischen Finanzinstitutionen und ihren Kunden, Mitarbeitern und Geschäftspartnern einerseits und mit ihren Anteilseignern und Kapitalgebern andererseits, steht deshalb im Fokus der Projektarbeit in Armenien, Aserbaidschan und Georgien.  Hierzu gehören insbesondere die Komponenten finanzielle Bildung, Konsumentenschutz und die Schaffung eines verantwortungsvollen Angebots von Finanzdienstleistungen.

Weltspartag und Co.: In Armenien fehlt besonders der ländlichen Bevölkerung das Vertrauen in die Banken. Die Sparkassenstiftung vermittelt nicht nur finanzielle Bildung, sondern unterstützt die Optimierung des Bankensektors, um das Vertrauen potenzieller Kunden in lokale Banken zu stärken.
Seine Viehherde ist das größte Kapital dieses armenischen Bauern. Vom Verkauf von Fleisch, Milch und Lederprodukten lebt die ganze Familie. Adäquate und individuell angepasste Finanzdienstleistungen sind für ihn von großer Bedeutung, um die Zucht seiner Herde, Futter und Aufwendungen für die Pflege der Tiere zu finanzieren und Einnahmen aus seinem Geschäft sicher anzulegen.
Unter Applaus von Sparameise Grovia nimmt dieser junge Mann seinen Preis als Gewinner des Malwettbewerbs der Liberty Bank Georgia zum Weltspartag entgegen. Eine der Siegerzeichnung nachempfundene Spardose und ein Sparkonto sind nicht nur tolle Preise, sondern erste Schritte zu einem verantwortungsvollen Umgang mit Finanzen.
Ein Mikrokredit bei der lokalen Bank seines Vertrauens ermöglicht diesem Steinmetz aus Armenien, neues Werkzeug und Material zu kaufen sowie einen Mitarbeiter zur Unterstützung in seinem Kleinunternehmen einzustellen.
Dieser armenische Herr ist Finanzberater für die Bewohner des kleinen Dorfes Yeghegis. Ihm vertrauen die Menschen auch ihre Wertgegenstände an, die im Safe links hinter ihm sicher verwahrt werden.
Armenien ist auf einem guten Weg. Der Armutsanteil der Bevölkerung sinkt langsam. In den ländlichen Regionen dauert diese Entwicklung länger, makroökonomische Erfolge werden langsamer spürbar. Die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation unterstützt den flächendeckenden Zugang zu Finanzdienstleistungen, damit sich die Lebensverhältnisse auch in den entlegeneren Gebieten des Landes spürbar verbessern.
In der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku trifft Moderne auf Tradition: Direkt neben den berühmten Flame Towers befindet sich die Moschee der Märtyrer, auch bekannt als Türkische Moschee.
Einzelstücke sind die Spezialität dieses Teppichwebers aus Aserbaidschan. Zum Geburtstag des aserbaidschanischen Präsidenten fertigte der Kleinunternehmer einen Teppich mit dem Portrait des Staatsoberhauptes.
Fast könnte man meinen, es mit einem waschechten Cowboy zu tun zu haben. Die Arbeit dieses aserbaidschanischen Viehtreibers ist vom Wilden Westen auch nicht weit entfernt: Er trägt Verantwortung dafür, dass die rund 100 Rinder wohlbehalten auf die Weide und zurück gelangen.
Mit einer Länge von 1.100 Kilometern erstreckt sich der Kaukasus zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Die höchsten Gebiete ragen bis zu einer Höhe von 5.642 Metern über dem Meeresspiegel auf. Er befindet sich auf den Territorien Russlands, Georgiens, Armeniens und Aserbaidschans.

Fotograf: Philip Ruopp, (c) Sparkassenstiftung


Zentralasien

Personalentwicklung und Training sowie finanzielle Grundbildung und Sparmobilisierung stehen im Fokus der Stiftungsarbeit in Zentralasien. In Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan unterstützt die Sparkassenstiftung die Stärkung der Bankensektoren durch Professionalisierung der bankfachlichen Ausbildungsstrukturen. In Usbekistan, dem mit rund 30 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichsten Land Zentralasiens, steht die Förderung von Kleinst- und Mittelstandsunternehmen, die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sowie die Entwicklung einer nationalen Strategie zur Steigerung der finanziellen Grundbildung im Mittelpunkt der Projektarbeit.

Das Frauenkomitee Usbekistans trägt dazu bei, die Rolle und den Status der Frau in Familie und Gesellschaft zu verbessern. Aus gutem Grund ist es daher auch Träger des Projekts zur Finanzsektorentwicklung in Usbekistan, denn mit diesem fördert die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation vor allem Unternehmerinnen und Existenzgründerinnen. Auch diese jungen Schneiderinnen könnten durch die zahlreichen Schulungsangebote einmal den Weg in die Selbständigkeit meistern.
„Aksakal“ (zu Deutsch „Weißbart“, „Weißbärte“) spielten bis zur sowjetischen Union eine wichtige Rolle im Kaukasus und in Zentralasien. Die ältesten und weisen Mitglieder einer Dorfgemeinschaft hatten die Rolle des Anführers inne und agierten als Berater und Richter. Dieser 90-jährige Herr lebt in einem Dorf in den kirgisischen Bergen und führt diese alte Tradition bis heute fort. Seinen „Kalpak“, die traditionelle kirgisische Männerkopfbedeckung, trägt er jeden Tag mit Stolz.
Finanzielle Bildung zum Anfassen: Seit 2003 bietet die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation Planspiele für verschiedene Zielgruppen in ihren Projektländern an. In Usbekistan gehört das Micro Business Game zu den wichtigsten Instrumenten bei der Förderung der finanziellen Bildung von Kindern und Jugendlichen. Die Planspiele sind vielerorts bereits fester Bestandteil des Unterrichts – zahlreiche Lehrkräfte haben inzwischen Trainings absolviert, um finanzielle Bildung an ihre Schüler vermitteln zu können.
Gekleidet in die traditionelle Schuluniform Kirgisistans haben diese drei Jungen einen täglichen Schulweg von knapp 10 Kilometern zu meistern. Sie können sich trotzdem glücklich schätzen, denn bis 1960 war eine schulische Ausbildung nur für weniger als 20 Prozent der Bevölkerung möglich.
Ein Moment der Ruhe: Im Alter von 89 Jahren ist diese Frau mit sieben Enkelkindern nicht so schnell aus dem Konzept zu bringen. Sie trägt die traditionelle kirgisische Kopfbedeckung und genießt ihren Tee täglich aus einer speziellen Tasse namens „Tschyny“.
Finanzielle Rücklagen sind besonders für die ärmeren Menschen aus den ländlichen Regionen Kirgisistans von Bedeutung. Bei einer schlechten Ernte oder krankheitsbedingtem Arbeitsausfall können Ersparnisse Menschen wie diese Landwirtin vor finanziellen Engpässen bewahren.
Die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit ist für junge Menschen ein entscheidender Schritt. Das Frauenkomitee in Usbekistan unterstützt die Eigenständigkeit von jungen Mädchen und Frauen: In regelmäßigen Schulveranstaltungen werden sie auf alle Belange des täglichen Lebens vorbereitet. Finanzielle Bildung spielt dabei eine große Rolle, denn Know-how über den Umgang mit Geld, über Finanzprodukte und Sparen sind Voraussetzungen für ein unabhängiges Leben.
Dieser Messerschleifer ist seit zwölf Jahren Kunde bei der usbekischen Partnerbank der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation. In dieser Zeit nahm er mehrere kleine Kredite in Anspruch, um seine Werkstatt zu vergrößern, Mitarbeiter einzustellen und neues Werkzeug anzuschaffen.
Der usbekische „SUM“ löste 1994 den Rubel ab. Das Bündel Scheine, das die Verkäuferin gerade nachzählt, reicht gerade einmal für zwei Schachteln Zigaretten.
Modernes Banking in Kirgisistan: Dieser Herr ist Mitarbeiter der Partnerbank Bai-Tushum und gehört zur ersten Absolventen-Generation der dualen Berufsausbildung zum Bankspezialisten in Bischkek. Seit 2014 unterstützt die Sparkassenstiftung für internationale Kooperation dieses besondere Ausbildungsmodell in Zentralasien mit einem gleichnamigen Regionalprojekt.

Fotograf: Philip Ruopp, (c) Sparkassenstiftung 

Sparkassenstiftung für internationale Kooperation e.V.
Simrockstraße 4, 53113 Bonn

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Fax: 0228 9703-6613 oder -6630

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