01.02.2018

Wirtschaftsreformen in Kuba: Sparkassenstiftung für internationale Kooperation als starker Partner für das Bankensystem


Nach erfolgreichen Gesprächen über die weitere Kooperation: Präsident Horacio Navas (Bildmitte) mit Mitgliedern des OSV-Verbandsvorstands und Experten der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation vor der BPA-Zentrale in Havanna.

Mit mehr als 200 Filialen, knapp drei Millionen Spar- und zwei Millionen Kreditkunden ist die Banko Popular de Ahorro (BPA) die größte Bank Kubas. Nicht zuletzt durch die enge Kooperation mit der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation ist die kubanische Sparkasse führend im Geschäft mit den neuen Selbständigen, die nach Beginn der Wirtschaftsreform 2011 im kommunistisch regierten Inselstaat aus dem Boden sprießen. Mit einem neuen Kooperationsabkommen wurde kürzlich die Vertiefung der erfolgreichen Projektaktivität beschlossen.

Die Ist-Situation in Kuba

Die jährliche Wirtschaftsleistung des gut 11 Millionen Einwohner zählenden Karibikstaats ist mit umgerechnet rund 74 Milliarden Euro schwach. In den vergangenen Jahren sind die Durchschnittgehälter zwar um fast 60 Prozent gestiegen, jedoch profitieren viele Arbeitnehmer nicht davon. So verfügen Angestellte in staatlichen Einzelhandel- oder Lebensmittelunternehmen derzeit noch immer über ein geringes Monatsgehalt von umgerechnet etwa sechs Euro. Das durchschnittliche Einkommen liegt bei 30 Euro im Monat – das reicht für die meisten Familien, auch mit staatlichen Subventionen bei Gütern des täglichen Bedarfs, nur knapp zum Überleben.

Know-how der deutschen Sparkassen als Motor für Entwicklung in Kuba

Seit 2013 unterstützt die Sparkassenstiftung die BPA in einem Partnerschaftsprojekt mit dem Ostdeutschen Sparkassen- und Giroverband (OSV) dabei, der Bevölkerung durch die Stärkung von Bildungs- und Verbandsstrukturen nachhaltigen Zugang zu Finanzdienstleistungen zu verschaffen und damit einen Beitrag zur Bekämpfung der wachsenden sozialökonomischen Ungleichheit zu leisten. In Begleitung des OSV-Verbandsvorstands unterzeichneten Heinrich Haasis, Vorstandsvorsitzender der Sparkassenstiftung und Präsident des Weltinstituts der Sparkassen und Retailbanken (WSBI) und Gerd Weissbach, Referatsleiter Lateinamerika der Sparkassenstiftung für internationale Kooperation mit der kubanischen Zentralbank Ende 2017 vor Ort ein Kooperationsabkommen, das eine Vertiefung der Zusammenarbeit und ihre Ausweitung auf das gesamte kubanische Bankensystem vorsieht.

Ein Fokus der Projektarbeit liegt auf der finanziellen Bildung der Bevölkerung sowie auf der Professionalisierung des Bankenpersonals. Hierfür bildet die Sparkassenstiftung in speziellen Seminaren eigene lokale Trainer aus, die wiederum vor Ort in Schulungsmaßnahmen für Kleinst- und Kleinunternehmer wichtiges Grundwissen über wirtschaftliche Zusammenhänge und Finanzprodukte vermitteln. Von den Weiterbildungsangeboten profitieren auch kubanische Bankangestellte: Sie lernen, wie sie die Bedürfnisse ihrer Kunden mit adäquaten Finanzdienstleistungsangeboten erfüllen können. Die Sparkassenstiftung wird künftig ihre Aktivitäten bei der Ausbildung von Bankpersonal, der Erhöhung der Effizienz der Banken, dem Ausbau des Kreditgeschäfts und der Errichtung eines nationalen Weiterbildungszentrums für Bankbeschäftigte vertiefen.

 

Sparkassenzeitung Online, Februar 2018

 

Ansprechpartner:

Gerd Weißbach / Carina Bauer
Sparkassenstiftung für internationale Kooperation
Simrockstraße 4
53113 Bonn

Tel.: +49 228 9703-6608


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